IPTV im Grenzgebiet: ARD, ORF, SRF und die Nachbarländer in einem Abo

Fernsehabend mit Sendern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz

Wer nahe der Grenze wohnt, führt oft ein Leben zwischen zwei Ländern. Dein Arbeitsplatz liegt in Basel, Salzburg, Luxemburg oder Venlo, die Kinder besuchen eine deutsche Schule und das Training im Sportverein findet gleich nebenan statt. Vielleicht ist es auch umgekehrt: Du lebst knapp jenseits der Grenze und fährst täglich nach Konstanz, Lörrach, Aachen oder Passau. Tagsüber bestimmen Job, Kollegen und Schlagzeilen des einen Landes deinen Rhythmus, abends zählen Familie, Wohnort und die Nachrichten des anderen. Am heimischen Fernseher spiegelt sich diese Doppelrolle wider, und bequem ist das nicht immer. Ein einziges Paket mit Programmen aus mehreren Ländern schafft da Ordnung.

Wir schreiben hier für Grenzgänger aus Bayern, Baden-Württemberg, dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Brandenburg, für Deutsche, die gleich hinter der Grenze ein Zuhause gefunden haben, und für Österreicher, Schweizer und Niederländer, die in Deutschland leben. Zunächst schauen wir uns die Sender der einzelnen Länder an, dann deine Internetverbindung daheim und unterwegs und schließlich die Technik. Fragen zu Steuern oder Formularen klären wir hier nicht; dafür sind das EU-Portal Ihr Europa und die Ämter deines Arbeitslandes die richtigen Ansprechpartner.

Ein Alltag, zwei Länder

Als Grenzgänger bezeichnet man jemanden, der in einem Staat lebt, in einem anderen arbeitet und regelmäßig zwischen beiden pendelt. Eine genaue Definition liefert der Wikipedia-Artikel über Grenzgänger. An den deutschen Grenzen ballt sich das vor allem in drei Gegenden, hinzu kommen die Deutschen, die auf der anderen Seite leben:

  • der Bodensee und Südbaden an der Grenze zur Schweiz, wo eine Stelle in Zürich, Basel oder im Thurgau zum Alltag gehört;
  • das Saarland und das Trierer Land zwischen Frankreich und Luxemburg: Von Saarbrücken oder Trier ist Luxemburg nur einen Katzensprung entfernt, und der Arbeitgeber sitzt ebenso oft dort wie in Lothringen;
  • das Berchtesgadener Land und der Südosten Oberbayerns, wo man ebenso selbstverständlich in Salzburg oder Kufstein arbeitet wie in Traunstein oder Rosenheim;
  • Deutsche auf der anderen Seite, die in den Niederlanden, Österreich oder der Schweiz leben und auf ihre gewohnten Programme nicht verzichten möchten, ganz wie Deutsche, die in weiter entfernten Ländern wohnen.

Jede dieser Gegenden tickt ein bisschen anders, doch der Wunsch ist überall gleich. Die Nachrichten des Arbeitslandes prägen deinen Berufsalltag, die des Wohnlandes betreffen dein Zuhause, die Schule der Kinder und deine Gemeinde. Am besten hast du beides parallel im Blick.

ARD, ORF und SRF in einer einzigen App

Für Familien mit Wurzeln in zwei Ländern ist genau das der große Vorteil von Fernsehen übers Internet: Programme aus mehreren Staaten liegen gemeinsam in einer App. Die Senderübersicht von Streamingdienste enthält unter anderem eigene Rubriken für Deutschland, Österreich, die Schweiz und die Niederlande. Da sich das Angebot ändern kann, lohnt sich vor dem Kauf ein kurzer Blick hinein.

Von deutscher Seite sind Das Erste, ZDF, RTL und SAT.1 selbstverständlich dabei, dazu Regionalprogramme wie BR, SWR, WDR, NDR und MDR. Unter Österreich stößt du etwa auf die ORF-Programme, unter Schweiz auf die Sender von SRF und unter Niederlande zum Beispiel auf NPO 1 und RTL 4. Ob zusätzlich polnische, dänische oder französische Kanäle angeboten werden, verrät dir die jeweils aktuelle Liste. Alles gehört zu einem einzigen Paket, getrennte Abos für jedes Land brauchst du nicht.

Sind alle Programme in der App geladen, lohnt es sich, drei Favoritenlisten zu erstellen:

  • eine Liste „Arbeitsland“, also Schweiz oder Österreich, mit Nachrichten und Magazinen von dort und mit Kinderprogrammen, wenn deine Kinder jenseits der Grenze zur Schule gehen;
  • eine Liste „Deutschland“ mit deinem Regionalsender, ARD, ZDF und den Privaten, für Tagesschau, Talkrunden und Sport aus Deutschland;
  • eine Liste für die ganze Familie mit Spielfilmen, Serien und Dokumentationen, bei der die Sprache wichtiger ist als die Herkunft.

Möchtest du dir das deutsche Programmangebot genauer anschauen? Die Seite deutsche Sender sortiert öffentlich-rechtliche, private und regionale Programme übersichtlich und erklärt dir auch den Programmführer.

Die Basis: ein stabiler Internetanschluss daheim

Beim Fernsehen übers Internet hängt alles von der Leitung in dem Gebäude ab, in dem dein Fernseher steht. Ob das in Freilassing, Perl oder Lörrach ist oder kurz hinter der Grenze in Salzburg oder Basel, spielt keine Rolle, das Prinzip ist identisch. Du brauchst drei Zutaten: ausreichend Bandbreite für alle Bildschirme, eine Verbindung, die auch zur besten Sendezeit nicht schwächelt, und eine solide Strecke zwischen Router und Box.

Grob kannst du mit 5 bis 8 Mbit/s je Full-HD-Bildschirm und 15 bis 25 Mbit/s je 4K-Bildschirm rechnen, noch ohne Sicherheitszuschlag. Addiere die sonstige Internetnutzung im Haushalt und stell die Summe dem Wert gegenüber, den ein per LAN-Kabel angeschlossener Computer am Abend misst. Wie die Rechnung im Detail funktioniert, zeigt dir unser Beitrag, wie schnell dein Internet für IPTV sein muss.

In vielen Haushalten an der Grenze steht bereits ein Fernsehreceiver des Internetproviders, ob aus Deutschland oder aus dem Nachbarland. Den musst du nicht abbauen. Steck die IPTV-Box einfach in einen freien HDMI-Eingang und schalte mit der Quellen-Taste („Source“ oder „Input“) der Fernbedienung zwischen den beiden Geräten hin und her.

Unterwegs fernsehen und Roaming an der Grenze

Auf dem Weg nach Salzburg im Zug oder nach Basel im Bus möchtest du vielleicht die Nachrichten nachholen oder die letzten Minuten eines Spiels auf dem Smartphone sehen. Sitzt du selbst am Steuer, bleibt das Handy selbstverständlich aus. Gerade beim täglichen Pendeln schmilzt das Datenvolumen oft schneller, als man glaubt.

Innerhalb der EU, also auch in Deutschland, Österreich, Luxemburg, den Niederlanden, Dänemark, Polen und Frankreich, gilt beim Roaming das Prinzip „Roam like at home“: Im Nachbarland zahlst du für Daten und Gespräche dasselbe wie daheim. Allerdings darf dein Anbieter eine Fair-Use-Grenze festlegen, besonders bei Flatrates, sodass dir im Ausland unter Umständen weniger Volumen zusteht. Wichtig: Die Schweiz ist kein EU-Mitglied, die Regel greift dort nicht automatisch. Wenn du unterwegs regelmäßig Filme schaust, studiere vorher die Bedingungen deines Handytarifs.

SituationMögliches ProblemLösung
Dein Zuhause liegt direkt an der GrenzeDas Smartphone verbindet sich mit einer ausländischen FunkzelleStell das Netz deines Providers manuell ein
Du fährst jeden Tag mit deutscher SIM-Karte nach Luxemburg oder ÖsterreichDie Fair-Use-Grenze ist schneller erreichtSchau nach, wie viel EU-Volumen dein Vertrag vorsieht
Du verbringst täglich viel Zeit in Bahn oder BusDas Datenvolumen ist rasch verbrauchtReduziere die Bildqualität in der App
Dein Arbeitsplatz liegt in der SchweizRoaming ist dort häufig nicht inklusive und kann ins Geld gehenKläre, ob die Schweiz in deinem Tarif enthalten ist, und nutze WLAN

Unbemerktes Roaming auf dem Sofa

Lebst du direkt an der Grenze, kann sich dein Smartphone mit einer Funkzelle im Nachbarland verbinden, obwohl du gemütlich im eigenen Wohnzimmer sitzt. Dann roamst du, ohne es zu bemerken. In der EU kostet das in der Regel nicht mehr als zu Hause, wird aber als Roaming gezählt und fällt damit unter eine eventuelle Fair-Use-Grenze. Am Hochrhein oder am Bodensee kann eine Schweizer Funkzelle dagegen teuer werden. So behältst du die Kontrolle:

  1. deaktiviere das Daten-Roaming in den Handy-Einstellungen, sobald du daheim bist;
  2. schau Videos zu Hause grundsätzlich über WLAN;
  3. leg das Netz deines Providers bei Bedarf manuell fest, anstatt die automatische Netzwahl zu nutzen;
  4. kontrolliere deinen Verbrauch in der App deines Mobilfunkanbieters oder in den Einstellungen des Smartphones.

Die Bezeichnungen dieser Menüs hängen von Hersteller und Betriebssystemversion ab. Zum Volumen: Eine Stunde Fernsehen in Full HD verbraucht in der Regel 2 bis 3,5 GB. Wer an jedem Arbeitstag auf Hin- und Rückfahrt je eine halbe Stunde schaut, landet schnell bei mehreren Dutzend Gigabyte pro Monat. Eine genauere Rechnung findest du in unserem Ratgeber zu IPTV unterwegs und auf Reisen.

Dieselbe Technik diesseits und jenseits der Grenze

Deine Geräte funktionieren in beiden Ländern gleich. Ob Smart-TV, HDMI-Stick oder Android-TV-Box: Was in Freiburg läuft, läuft auch in Basel und umgekehrt, denn WLAN, HDMI und Videoformate kennen keine Landesgrenzen. Mit dem Stecker gibt es selten Probleme, doch einen Unterschied übersehen Familien beim Umzug oder beim Einrichten einer Zweitwohnung leicht:

  • in Deutschland, Österreich, Luxemburg und den Niederlanden steckt die gleiche Steckdose in der Wand (Typ F, Schuko, mit seitlichen Schutzkontakten);
  • viele kleine Geräte nutzen einen flachen Eurostecker ohne Schutzkontakt, der nahezu überall passt, auch in der Schweiz;
  • die Schweiz hat eigene Steckdosen (Typ J), in die kein Schuko-Stecker passt, und in Frankreich und Polen ist Typ E mit Erdungsstift in der Dose verbreitet, in den sich die meisten Schuko-Stecker von Fernsehern und Boxen trotzdem einstecken lassen.

Du möchtest Fernseher und Box über eine einzige Fernbedienung steuern? Schalte dafür HDMI-CEC am Fernseher ein; die Funktion trägt bei jedem Hersteller einen anderen Namen. Wandert die Box regelmäßig zwischen zwei Wohnungen hin und her, bewahre die Zugangsdaten lieber in einem Passwortmanager auf als auf einem Notizzettel am Fernseher.

Eine Uhrzeit, verschiedene Fernsehgewohnheiten

Ein Pluspunkt für den Programmführer: Deutschland und sämtliche Nachbarländer haben dieselbe Uhrzeit und stellen am gleichen Tag auf Sommer- oder Winterzeit um. Ist dein Gerät auf Mitteleuropäische Zeit eingestellt, stimmen die Angaben im elektronischen Programmführer (EPG) diesseits wie jenseits der Grenze.

Bei den Gewohnheiten zeigen sich dagegen Unterschiede. Die „Zeit im Bild“ im ORF und die Hauptausgabe der Tagesschau im SRF laufen um 19.30 Uhr, die Tagesschau im Ersten um 20 Uhr, und der Spielfilm am Hauptabend beginnt bei deutschen Sendern üblicherweise um 20.15 Uhr. Lebst du in Deutschland und arbeitest in Österreich, schaust du also zuerst die Nachrichten aus Wien und anschließend die Tagesschau, beides in einer App. Österreichischer oder Schweizer Sport kommt in deutschen Medien oft zu kurz. Schau daher im Programmführer nach, wo er übertragen wird, und setz dir Erinnerungen für alles, was du sehen willst. Tipps für einen perfekten Sportabend findest du auf unserer Seite IPTV für Sport.

Für alle, die in der Pflege, der Gastronomie oder in der Industrie im Schichtbetrieb arbeiten, ist eine Replay-Funktion Gold wert. Allerdings unterstützt sie nicht jeder Sender.

Abo auswählen und verwalten

Bei Streamingdienste bekommst du immer das volle Paket und entscheidest nur über die Laufzeit: 1 Monat kostet 19 €, 6 Monate kosten 59 € und 12 Monate 79 €. Umgerechnet zahlst du damit etwa 9,83 € pro Monat bei 6 Monaten und etwa 6,58 € pro Monat bei 12 Monaten. Die Zugangsdaten erhältst du nach der Bestellung per E-Mail, in der Regel innerhalb von 2 bis 15 Minuten. Für den ersten Kauf gilt eine 30-Tage-Geld-zurück-Garantie. Bezahlt wird mit Visa, Mastercard, American Express, PayPal, Bitcoin oder Ethereum. Sämtliche Einzelheiten stehen auf der Seite IPTV-Abo.

Die Zahl der gleichzeitig nutzbaren Bildschirme richtet sich nach deinem Abo. Läuft im Wohnzimmer der Fernseher, während ein Familienmitglied unterwegs auf dem Handy schaut? Kläre das vor dem Kauf oder stell die Frage kurz per WhatsApp oder im Live-Chat.

FAQ: Fernsehen im Grenzgebiet

Nach welcher Uhrzeit richtet sich der Programmführer?

Nach der ganz normalen deutschen Zeit. Eine Verschiebung gibt es nicht, weil Deutschland und seine Nachbarn in einer Zeitzone liegen und die Uhren gleichzeitig umstellen. Weichen die Zeiten um eine Stunde ab, kontrolliere die Zeitzone in den Einstellungen der Box.

Sind zwei Boxen nötig?

Nein. Eine Box oder ein HDMI-Stick je Fernseher reicht völlig, denn deutsche, österreichische und Schweizer Programme befinden sich in derselben App. Den Receiver deines Providers lässt du einfach an einem zweiten HDMI-Anschluss.

Läuft meine Box auch im Nachbarland?

Auf jeden Fall. WLAN, HDMI und Videoformate sind überall identisch, technisch ändert sich also nichts. Nur bei einem Umzug in die Schweiz solltest du auf den Stecker des Netzteils achten; ein Eurostecker oder ein simpler Adapter löst das Problem.

Wählt sich mein Handy in ein ausländisches Netz ein?

Ja, in Grenznähe kommt das häufig vor. Deaktiviere daheim das Daten-Roaming, stell das Netz deines Providers manuell ein und schau über WLAN fern. Damit behältst du dein Volumen unter Kontrolle, bleibst unter einer möglichen Fair-Use-Grenze und ersparst dir an der Schweizer Grenze böse Überraschungen auf der Rechnung.

Zwei Länder, ein Paket, eine Fernbedienung

Doppelten Papierkram kennst du als Grenzgänger zur Genüge, da muss nicht auch noch der Fernsehabend kompliziert sein. Eine verlässliche Internetleitung, gut sortierte Favoritenlisten, ein Smartphone ohne heimliches Roaming und der passende Stecker reichen, damit zwei Länder bequem in ein Wohnzimmer passen, mit allen Programmen in einem Paket. Was dann läuft, entscheidet ihr selbst: für den einen die „Zeit im Bild“, für die andere die Tagesschau und um 20.15 Uhr ein Film für alle, die Lust haben. So bringt Streamingdienste das Fernsehen aus mehreren Ländern zu dir nach Hause.

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